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Jede Ausstellung beginnt mit einer
Eröffnungsansprache
(diese wurde gehalten  anlässlich der Vernissage in der Kulturscheune "C'est la vie" in Sevelen/Niederrhein)

 

Liebe Freunde, liebe Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,


Ich begrüße Sie ganz herzlich und freue mich, dass Sie alle den Weg hierher gefunden haben. Die heutige Ausstellung, in der Kunstscheune von Rachel und Hubert, in diesem wunderschönen Ambiente, gibt mir die Gelegenheit, Ihnen einige Gedanken, die sich mit der Malerei befassen, nahe zu bringen.
Es kann jedoch an dieser Stelle nicht meine Intension sein, Fragen, über die Experten seit langem diskutieren , aufzugreifen. Allgemein gültige Regeln, nach denen Bilder beurteilt werden müssen, gibt es nicht.
Die Existenzberechtigung der Malerei als Nachahmerin der Natur infrage zu stellen, ist seit der Erfindung der Fotografie Gewohnheit geworden. Dennoch haben die Maler und Malerinnen bis heute immer wieder Wege gefunden, dem Medium Malerei Aktualität abzugewinnen und sich mit ihrer Arbeit ein Publikum zu schaffen
.

Es gibt jedoch eine allgemeine Verunsicherung, die angesichts der aktuellen künstlerischen Aktivitäten dem ungeübten sowie dem geübten Auge begegnet. Solange man sich auf fest umrissene Konventionen der Kunstbetrachtung berufen konnte und Kunst mit dem Gekonnten identisch schien, hatten wir eine heile Kunstwelt. Jetzt, da - wie man so schön sagt – „anything goes“ -, also ALLES möglich ist , ist das nicht mehr so eindeutig...
So werden Sie heute hier feststellen können, dass nicht nur in einer Richtung gearbeitet wurde. „Vielseitigkeit ist Trumpf“, das ist das Motto der Malerin Klecksel.
Nun fragen wir uns aber:
Was unterscheidet den Anstreicher vom Künstler ?
Gibt es Kriterien, mit denen man die Qualität eines Bildes beurteilen kann?
Was verbindet den Künstler mit dem Publikum?
Dieses Dreieck Künstler, Exponat, Betrachter gilt es zu beleuchten.  Das Ganze will höchst subjektiv präsentiert sein, da m. E. Objektivität in der Kunst fehl am Platze ist.

Der eine Maler lackiert den Tisch, streicht die Wand, spritzt das Auto ROT. Der andere Maler - im älteren Deutsch auch " Kunstmaler " genannt -, bringt die Eigenschaften des ROT so zur Geltung, dass sie zum Reiz, zur Metapher für etwas werden und im Erscheinungszusammenhang Bedeutung gewinnen.

Dies ist im Prinzip der Unterschied.
Der Künstler ist also fähig, totes Material so zu manipulieren, dass das Resultat dem Empfinden und dem Denken des Betrachters zum Gegenstand wird. Material und Resultat können jede Form annehmen, ohne dass diese Feststellung beeinflusst würde. Damit sind die unendlichen Möglichkeiten ganz kurz umrissen, über die Künstler verfügen, sich dem Betrachter zu nähern, ein Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Die Begegnung mit dem Resultat des künstlerischen Schaffens ist absolut individuell: Die Wirkung auf den Einzelnen kann - da sie unmittelbar auf dessen Sinne zielt - nicht verallgemeinert, nicht multipliziert werden.
Sie alle sind daher aufgerufen, eigenständig zu prüfen, ob es der Künstlerin gelungen ist, einen Gegenstand der Betrachtung oder des Erlebens vorzustellen, der Ihnen in die Sinne oder unter die Haut fährt, das heißt für Sie persönlich eine Bedeutung gewinnt. Die Voraussetzung für diese Urteilsfähigkeit ist die Offenheit für ein fühlendes Begreifen, die der Betrachter dem Gegenstand, in Verbindung mit den eigenen Reaktionen, entgegenbringen sollte.
Die persönliche Reaktion, sei es Wohlbefinden oder Abneigung, ist ein Indiz für eine gelungene Arbeit.

Beim Betrachten der heute hier ausgestellten Bilder wünsche ich Ihnen viel Freude und Reaktion!!!

(Dieter Kähler)

 

 

In meinem Atelier

 

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Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

Maxim Gorki

 

 

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